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Einfach nur Wir

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Nach etwa einer Woche, in der wir wechselweise Wache gehalten, mit den Bauern Schießen geübt oder Gräben ausgehoben haben, waschen wir uns schließlich. Nicht, dass wir uns für jemanden zurechtmachen müssten. Sotero und die anderen pfeifen darauf, solange wir nur tun, weshalb wir gekommen sind, und die Sommer hier sind lang und heiß. Wir werden in absehbarer Zeit wieder aufhören, nach Nelken zu duften. Trotzdem sind wir noch wochenlang hier, und brauchen uns derweil nicht gehen zu lassen wie irgendwelche Tippelbrüder.

Wir holen uns Wasser vom Brunnen, verzichten aufs Erhitzen. Die Kühle ist ja ganz angenehm. Seit unserer Ankunft habe ich keine erwachsenen Frauen im Dorf gesehen. Ist nicht als Pokal für uns gedacht, dass sie fehlen, soviel steht fest. Aber ich bin es gewohnt, warum denke ich überhaupt noch daran?

Trotzdem gehen wir hinter die Häuser, außer Sichtweite. Nicht nötig, eine Vorstellung fürs ganze Dorf zu bieten.

Nachdem wir uns abgetrocknet haben und in frische Kleidung geschlüpft sind, will ich den anderen folgen, zurück in den Ort. Da bleibt mein Blick an dir hängen. Du siehst … anders aus als sonst. Dein Haar ist nicht verschwitzt, nicht struppig. Es ist glatt und es glänzt. Wie Gold, würde Harry sagen. Das kann ich auch erkennen. Und vielleicht mehr noch wie die Sonne, ganz hell. Es sieht schön aus …

Mit einem Schritt bin ich bei dir, strecke langsam die Hand aus und nehme eine Haarsträhne zwischen die Finger, spiele ein wenig damit und beobachte, wie sich das Licht in ihr fängt. Es ist schön. Und ich sollte das einstellen.

Aber du machst dich nicht los, und wartest, und streifst leicht meinen Arm, als wir schließlich zu den anderen gehen.